Pfälzerwald-Verein Schmalenberg e.V.

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Wir laden am 25.05.2026 ein zum jährlichen Quackfest. Wie immer im Hof Schwab. Wir freuen uns auf euch *** *** Am 06.06. findet unser Familienwandertag statt. Vorherige Anmeldung bitte unter veranstaltungen@pwv-schmalenberg.de ***       Wir laden am 25.05.2026 ein zum jährlichen Quackfest. Wie immer im Hof Schwab. Wir freuen uns auf euch *** *** Am 06.06. findet unser Familienwandertag statt. Vorherige Anmeldung bitte unter veranstaltungen@pwv-schmalenberg.de ***      

Quackfest

Das Quackfest in Schmalenberg

Das Quackfest in Schmalenberg ist eine der bekanntesten und lebendigsten Traditionen im Pfälzerwald. Jedes Jahr am Pfingstmontag zieht der Quackumzug durch das Dorf.

Der Quack ist vollständig mit Grünzweigen und Blumen bedeckt und trägt mehrere Röcke aus Zweigen sowie einen großen Blumenhut. Das Kostüm kann ein Gewicht von bis zu 100 Kilogramm erreichen, weshalb der Quack von mehreren Personen gestützt wird und selbst kaum etwas sehen kann.  

Begleitet wird er von den Quackbuwe, einer Gruppe junger Männer aus dem Dorf. Sie tragen lange Holzruten – sogenannte Gerten – mit Blumen an der Spitze und singen während des Umzugs das traditionelle Quacklied.  

Der Umzug führt durch das gesamte Dorf und zieht jedes Jahr viele Besucher an. Den Höhepunkt bildet die Enthüllung des Quack am Ende des Umzugs. Daraufhin findet das Dorffest statt.

Vorbereitung des Quack

Die Vorbereitungen beginnen bereits circa 8 Wochen vor Pfingsten.

Früher zogen die beiden Quackleiter – also die Quacks der vergangenen zwei Jahre – von Haus zu Haus im Dorf und fragten junge Männer, ob sie im kommenden Jahr als Quackbuh teilnehmen möchten. Heute geschieht dies nur noch bei neuen Jugendlichen, die etwa 14 Jahre alt werden und noch nie dabei waren. Sie werden angesprochen und gefragt, ob sie sich den Quackbuwe anschließen möchten. Die Personen, die in den vorherigen Jahren schon dabei waren kommen jedes Jahr wieder. Die Gruppe trifft sich anschließend regelmäßig, um das Quacklied zu lernen und den Ablauf des Umzugs zu üben. Dabei wird auch das Laufen in Dreierreihen und im richtigen Takt und Gleichschritt trainiert.  


Ein wichtiger Teil der Vorbereitung ist das Herstellen der Gerten. Dafür werden meist am Karfreitag Baumstämme gefällt, entrindet und sorgfältig bearbeitet. Jede Gerte ist mehrere Meter lang und trägt später einen Blumenstrauß an der Spitze.  

Am Pfingstsonntag gehen die Quackbuwe früh morgens gemeinsam in den Wald, um das Material für das Kostüm zu sammeln. Die Röcke des Quack bestehen traditionell aus Buche, Birke und blühendem Ginster. Dieser Teil der Vorbereitung geschieht traditionell unter Ausschluss der Öffentlichkeit.  Nachmittags werden für den Hut Blumen im Dorf gesammelt – viele Bewohner legen dafür Blumen vor ihre Haustüren. Der große Blumenhut wird anschließend aus Blumensträußen in einer Scheune gefertigt.

Am Abend treffen die Quackbuwe sich und kehren zusammen in der Dorfkneipe ein, wo sie speisen und etwas trinken. Dabei bekommen sie von den Bewohnern im Dorf immer etwas ausgegeben. Der Abend geschieht in gemütlicher Atmosphäre mit guter Laune, Vorfreude und traditionellen Liedern die gesungen werden. Kurz vor Mitternacht begeben sie sich dann alle zur Generalprobe, bei der die Umzugsstrecke abgelaufen und das Quacklied gesungen wird. Dafür stehen schon viele Bewohner des Dorfes auf und begutachten die Generalprobe. Am Ende dieser kommt es unter Ausschluss der Öffentlichkeit zur Versteigerung des Quacks des diesjährigen Umzugs. Dabei dürfen nur ehemalige Quacks, die den Ältestenrat bilden, und Quackbuwe ab dem dritten Jahr beiwohnen. Die Quackleiter legen dabei das Startgebot fest und die Quackbuwe ab dem vierten Jahr können diesen dann mit Geboten ersteigern. Der mit dem höchsten Gebot wird der neue Quark und steht ab nun in der Obhut des Ältestenrates. Niemand darf bis zum Ende des Umzugs erfahren, wer den Quick ist. Die Quackbuwe begeben sich dann in das Rathaus, wo sie gemeinsam bis nächtigen. Dies stammt aus früheren Zeiten, in denen diese in der Scheune schliefen, um Hut und Röcke zu bewachen. Damals versuchten die Jugendlichen der benachbarten Gemeinden sich gegenseitig diese zu klauen, sodass man diese wieder zurückkaufen musste. Wenn dies nicht geschah und der Umzug somit nicht stattfinden konnte, durfte der Quackumzug für die nächsten 7 Jahre nicht stattfinden.

Der Umzug am Pfingstmontag

Am Pfingstmontag findet der eigentliche Quackumzug statt. Der Quack wird am früh am Morgen bevor das Dorf erwacht in der Scheune kostümiert. Die Quackbuwe treffen sich davor und bereiten ihre Gerten weiter vor und binden ihren Blumenstrauß an deren Spitzen.

Ab 9:30 Uhr füllen sich die Straßen des Dorfes und jeder wartet gespannt auf den Beginn des Umzugs. Pünktlich um 10 Uhr tritt der Quack, gestützt durch Träger, die den Hut über ihm tragen, auf die Straße. Die Träger sind traditionell die Qauckleiter und ehemalige Quacks. Der Umzug wird von Reitern angeführt, dahinter folgen der Quack und die Quackbuwe. 

Während des Umzugs wird das Quacklied gesungen. Viele Kinder begleiten den Zug ebenfalls mit kleinen Stöcken mit Blumen an der Spitze.  

Am Ende des Umzugs wird der Quack unter klatschen der Zuschauen enthüllt. Die Gerten der Quackbuwe werden anschließend zerbrochen oder verkauft und häufig von Dorfbewohnern im Garten weiterverwendet.  


Das Dorffest

Im Anschluss an den Umzug findet das Quackfest statt – ein großes Dorffest, das von den örtlichen Vereinen organisiert wird. Zu den Veranstaltern gehören unter anderem der PWV-Schmalenberg, die Feuerwehr, der OGV-Schmalenberg , der Kindergarten und der Fußballverein TuS Schmalenberg und der MGV-Schmalenberg.  

Gemeinsam mit vielen Gästen aus der Umgebung wird gefeiert, gegessen und getrunken.

Ein besonderer Bestandteil ist der Verkauf der Blumen aus dem Quackhut. Die Sträuße werden nach dem Umzug einzeln verkauft und der Erlös fließt in die Kasse der Quackbuwe, die damit die Umkosten decken.  

Eine lebendige Tradition

Der Quackbrauch reicht weit zurück und wird bis heute von der Dorfjugend weitergeführt. Auch wenn sich einige Details im Laufe der Zeit verändert haben, bleibt der Kern des Brauchs derselbe: Gemeinschaft, Tradition und Zusammenhalt im Dorfleben von Schmalenberg. Das Quackfest zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie stark die Verbundenheit der Dorfgemeinschaft ist und wie lebendig Traditionen in Schmalenberg gepflegt werden.